HALLO vom 24.Feb.2016 - Mehr Raum für Erinnerungen

WIR HELFEN FLÜCHTLINGEN. DIE UNS AUCH?


9. Truderinger Zukunftsgespräch am 07. Dezember 2015

WIR HELFEN FLÜCHTLINGEN. DIE UNS AUCH?
   

Ein alternatives, unterhaltsames und inspirierendes Diskussionsformat von Bürgern für Bürger

Montag, 07. Dezember 2015, Beginn: 19:30 Uhr

 

In dem anr

egenden Podiumsgespräch berichten vier engagierte Bürger und Flüchtlinge konkret und lebensnah, inwiefern für sie der Zuzug von Flüchtlingen eine große Bereicherung ist.


Eintritt frei. Gefördert von der BürgerStiftung München und den Aktiven Zentren

 

Moderation: Winfried Frey

Angelika Feigenbutz

 

Angelika Feigenbutz hat das Projekt "Ein Teller Heimat" ins Leben gerufen. Einmal im Monat lädt sie Flüchtlinge aus der McGraw-Kaserne in Obergiesing ein, ihre nationalen Leibspeisen gemeinsam mit den Nachbarn zu kochen und zu geniessen.


Zeki Genç


hat das „Museum der Deutschen Migrationsgeschichte“ in Trudering gegründet. Es hat u.a. zum Ziel, die „neuen Deutschen“ an der Mitgestaltung ihrer Wahlheimat Deutschland aktiv zu beteiligen.
Dazu hat BIM e.V. den Tag der Migranten am 27. 0ktober ausgerufen,
damit die Migranten ihre Ideen und Institutionen vorstellen können.


Al Loukili

ist als ehrenamtlicher Kulturdolmetscher für das „Haus der Nationen“ von Caritas Alveni tätig. Er übersetzt und hilft im Gespräch zwischen Flüchtlingen und Behörden, Schulen oder anderen Institutionen über mögliche kulturelle Hürden hinweg.


Sadija Klepo

 

Die Gründerin des Vereins "Hilfe von Mensch zu Mensch e.V." hat selbst eine Flüchtlingsgeschichte: Sie floh 1992 mit ihrer Familie aus Bosnien. Für ihr langjähriges, gemeinnütziges Engagement wurde sie Anfang November mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.


Youssou Ndiaye

 

Der Senegalese Youssou war in der Flüchtlingsunterkunft "Fauststraße" untergebracht. Beseelt von dem Drang, etwas zurückzugeben, hat der Profimusiker die Nachbarschaft zu kostenlosem Percussions-Unterricht eingeladen. Seither wird zweimal wöchentlich geprobt.

http://www.kulturzentrum-trudering.de/programm/zukunft/

BR 19.November 2015 Abendschau

  • Museum der Deutschen Migrationsgeschichte

    eine Initiative des Bayerischen Instituts für Migration e.V. in München
  •  Bayerisches Fernsehen - 

Video: http://cdn-storage.br.de/iLCpbHJGNLT6NK9HsLo6s61luK4C_2rc5K1S/_AiS/5ygc_2FG/d1efef59-1e4e-499a-990d-c057566e63ea_C.mp4

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/abendschau-der-sueden/migration-erinnerung-museum-100.html#&time=

PUZZLE am 2. Nov. 2015 BR- 22:30 Uhr

MuseumDeutsche Migrationsgeschichte

Anders als in den USA und Frankreich hat Deutschland kein Museum, das sich dem Thema Migration widmet. Das Kölner Dokumentationszentrum DOMiD, das seit 25 Jahren in Sachen Einwanderung aktiv ist, will das ändern, und hat vor ein paar Monaten, unterstützt von Wissenschaftlern und Politikern, den Startschuss für ein Migrationsmuseum gegeben. In München-Trudering wurde gerade ein kleines Migrationsmuseum eröffnet. Von einer Privatinitiative, die ausgehend von der Gastarbeitergeneration ein Stück deutscher Geschichte erzählt.

Stand: 30.10.2015

Kinderkleidung - Gegenstände im Museum für deutsche Migrationsgeschichte | Bild: BR

"Wandteppiche wie diese hingen in jedem Wohnzimmer", sagt Zeki Genç. Er breitet aus seiner Sammlung herrlich bunte Samtteppiche aus. Auf ihnen sind Pfauen in einem paradiesischen Garten zu sehen, oder eine große Moschee, oder eine wilde Szene, in der die Entführung aus dem Serail dargestellt ist. Man könnte sich jeden einzelnen dieser Wandteppiche in hippen Clubs vorstellen. "Für die Einwanderer waren sie eine Erinnerung an die Heimat", erklärt Zeki Genç.

Zeki Genç und Nunzia Sabina vom "Museum für deutsche Migrationsgeschichte" | Bild: BR

Er und Nunzia Sabina gehören einem kleinen Team an, das in ihrem "Museum für deutsche Migrationsgeschichte" Erinnerungsstücke sammelt und in Interviews mit sogenannten Gastarbeitern deren Lebensgeschichten festhält. Sowohl Zeki Genç als auch Nunzia Sabina sind Kinder von Migranten und wissen, wie weitreichend diese Erfahrungen sind.

"Ein Kind eines Migranten weiß genau, dass es Unterschiede gibt. Wir kommen von dort. Jetzt sind wir hier und das hier ist woanders. Ein Kind nimmt das sehr wohl stark wahr. Also ich habe früh gewusst, dass wir sozusagen anders sind."

Nunzia Sabina

Rasierer - ein Gegenstand im Museum für deutsche Migrationsgeschichte | Bild: BR

Makbule Kurnaz hat Zeki Genç bereits ein Interview gegeben, über acht Stunden lang. Von ihrem Balkon aus kann sie zu Siemens blicken. Hier hat sie als 22-Jährige angefangen zu arbeiten, vor 43 Jahren. Ihr Vater hatte sie vor die Wahl gestellt: entweder heiraten in der Türkei oder arbeiten in Deutschland. Damals war alles neu und ungewohnt für sie.

Makbule Kurnaz hat Fotos aus ihrer Ankunftszeit und Dokumente aufbewahrt, wie ihren Arbeitsvertrag oder ihren Siemensausweis. Als Erinnerung daran, wie sie ihr neues Leben gemeistert hat. Es war nicht immer alles einfach. Mit vier jungen Frauen teilte sie sich ein Zimmer in einem Mädchenwohnheim.

Makbule Kurnaz mit Handarbeiten | Bild: BR

"Ich habe immer geweint, abends. Doch. Ich habe mich doch alleine gefühlt, weil ich das allererste Mal weg war von der Familie. Immer nach dem Arbeiten bin ich nach Hause gekommen, aber jede von uns hatte ihre Probleme. Wir konnten uns nicht unterhalten, beruhigen oder so, etwas Gutes empfehlen. Nix. Jede hatte ihre Gedanken, ihr Traurigsein."

Makbule Kurnaz

Neben den Geschichten der Zeitzeugen sammeln die Museumsmacher auch Zeitdokumente, wie Bücher zum Deutschlernen, Musikkassetten oder die VHS-Kassetten, wie die des gemeinnützigen Vereins für "ausländische Mitbürger", ein Programm, an dem Kulturschaffende wie Erman Okay, Dieter Hildebrandt, Ottfried Fischer und andere beteiligt waren.

Gebetsketten - Gegenstände im Museum für deutsche Migrationsgeschichte | Bild: BR

Es sind zum Teil ganz einfache Objekte, die im Museum ausgestellt sind. Aber dahinter steht immer eine persönliche Geschichte, warum die Besitzer sie so lange aufbewahrt haben. Wie das Stoffpaket mit Kinderkleidung eines Sohnes. Oder ein kleines Tablett, geschenkt vom ersten Arbeitgeber. Oder der Kochtopf von Zeki Gençs Mutter. Den hat sie im Mädchenwohnheim benutzt, wo sie nach Ankunft in Deutschland lebte.

Die Museumsmacher müssen nicht lange suchen, um Objekte zu finden und Geschichten erzählt zu bekommen.

Griechischer Pass - ein Gegenstand im Museum für deutsche Migrationsgeschichte | Bild: BR

"Das hat sich rumgesprochen. Ich habe eine Liste von über hundert Menschen, die wirklich traurig sind, dass ich sie nicht gleich aufnehme. Niemand hat sie bisher gefragt. Auf einmal kommt einer und fragt danach: 'Was für ein Leben hast Du eigentlich gehabt?' Die Menschen möchten erzählen. Sie möchten, dass ihre Geschichte aufbewahrt bleibt."

Zeki Genç

Makbule Kurnaz wird dem Museum ihren Arbeitsvertrag vermachen und ihre filigranen Handarbeiten. Tücher mit feinster Häkelarbeit umrandet, eine alte türkische Volkskunst.

Holzkoffer - ein Gegenstand im Museum für deutsche Migrationsgeschichte | Bild: BR

"Für mich sind diese Dinge wichtig. Bis ich sterbe, hebe ich das auf. Ich habe meinen Kindern auch gesagt: Das sind meine wichtigen Sachen. Ich habe nicht viel Wertvolles, Gold oder etwas anderes, aber diese Sachen sind für mich wichtig."

Makbule Kurnaz

Im Museum ist jeden zweiten Mittwochabend im Monat ein Erzählcafé geplant, in dem Migranten über ihr Leben als Gastarbeiter in München erzählen werden. Das erste Erzählcafé findet am 11. November zwischen 16 und 18 Uhr statt.

Weitere Informationen

Museum der deutschen Migrationsgeschichte
Dompfaffweg 10 in München-Trudering
www.bim-institut.org

Autorin des Filmbeitrags: Fatema Mian

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/puzzle/museum-deutsche-migrationsgeschichte-100.html

deutschlandfunk.de/kultur  - vom-27 oktober 2015

deutschlandfunk.de/kultur - vom-27 oktober 2015
20151027-Audio Museum der Deutschen Migr
MP3 Audio Datei 3.8 MB

27.10.2015 - br.de/nachrichten/oberbayern

Erbe der Gastarbeiter "Museum der deutschen Migrationsgeschichte" in Trudering eröffnet

In München-Trudering hat das Bayerische Institut für Migration ein Museum der deutschen Migrationsgeschichte eröffnet. Bayern1-Reporterin Anja Salewsky war bei der Eröffnung dabei.

Von: Anja Salewsky

Stand: 27.10.2015

Museum der deutschen Migrationsgeschichte | Bild: Anja Salewsky / BR

Das Museum ist in ein paar Räumen des Truderinger Familienzentrums

untergekommen. Ein Privatmann hat die Initiative ergriffen: Zeki Genc ist als Kind mit seinen Eltern aus der Türkei nach München gekommen.

Er wollte schon lange ein Gastarbeiter-Museum. Inzwischen hat er über 100 Gastarbeiter zusammengetrommelt, die Gegenstände gespendet haben, die ihnen während ihrer Zeit als Gastarbeiter wichtig waren.

"Zum Beispiel von meiner Mutter habe ich einen Kochtopf bekommen. Mit dem hat sie das erste Mal in einem Frauenwohnheim gekocht. Andere haben Töpfe, Pfannen, Arbeitserlaubnisse, Teppiche mitgebracht. Teilweise ist das Kitsch pur."

Zeki Genc, Initiator des Museums  

"Lebendige Abende" im Erzählcafé

Viele der Gegenstände sind Alltagsgegenstände. Das Spannende an dem Konzept des Museums ist, dass es jeden zweiten Mittwochabend im Monat ein Erzählcafé geben wird, in dem einige Migranten über ihr Leben als Gastarbeiter in München erzählen. Das erste Erzählcafé findet am 11. November zwischen 16 und 18 Uhr statt.

Frau Makbule Kunaz zum Beispiel kam aus der Türkei nach München und hat 33 Jahre in Deutschland gearbeitet. Sie hat dem Museum ein besticktes Kopftuch vermacht, das ihr viel bedeutet.

Das Museum der deutschen Migrationsgeschichte ist im Dompfaffweg 10 in Trudering, gut zu erreichen etwa mit der S 4 bis Haltestelle Gronsdorf; von dort sind es nur etwa 5 Minuten zu Fuß.


http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/gastarbeiter-museum-trudering-100.html

27. Oktober 2015 - Tag der Migranten - München TV

Tag der Migranten:
Museum erzählt die Geschichten der Gastarbeiter

Unter dem Motto „Wir haben keine Zeit mehr Geschichte zu wiederholen! Und es ist höchste Zeit Geschichte gemeinsam zu schreiben“ wurde am Dienstag das Museum der Deutschen Migrationsgeschichte eröffnet.

In den Räumen des Bayerischen Instituts für Migration in Trudering ist ein Museum entstanden, in dem die Geschichten der Gastarbeiter erzählt werden.

Anlass dafür ist der Tag der Migranten.

Weitere Infos

https://www.muenchen.tv/mediathek/video/tag-der-migranten-museum-erzaehlt-die-geschichten-der-gastarbeiter/


www.merkur.de - Politik - Tag der Migranten:         Ein Museum für die Gastarbeiter

Ein Museum für die Gastarbeiter


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Ein neues Museum erzählt die Geschichte der Gastarbeiter. Endlich, sagt Zeki Genc, Initiator und Sohn eines Gastarbeiters. Bisher habe sich niemand für diese Biografien interessiert – obwohl sie doch auch deutsch sind.

Heute ist der Tag der Migranten

Ein neues Museum erzählt die Geschichte der Gastarbeiter. Endlich, sagt Zeki Genc, Initiator und Sohn eines Gastarbeiters. Bisher habe sich niemand für diese Biografien interessiert – obwohl sie doch auch deutsch sind.


Von Carina Zimniok

München – Als Kind hasst Zeki Genc Flugzeuge. Er glaubt, Flugzeuge haben ihm seine Eltern weggenommen. Er versteht nicht, was Fliegen bedeutet. Er weiß nicht, was ein Gastarbeiter ist oder wo Deutschland liegt. Und warum Mama und Papa nicht in der Türkei sind, bei ihm. Vier Jahre lang wächst er bei seinen Großeltern auf, manchmal ist er sich sicher, dass seine Eltern tot sind. Als sie im Urlaub zu Besuch kommen, schenken sie Zeki ein kleines Flugzeug. „Das ging schnell kaputt“, erzählt Zeki Genc. „Weil alle Kinder damit spielen wollten.“

Genc, 52, ehrenamtlicher Vorsitzender des Bayerischen Instituts für Migration, geht durch die Kellerräume im Familienzentrum Trudering. Hier eröffnet heute das Museum der Deutschen Migrationsgeschichte, Genc will die Geschichte der Gastarbeiter dokumentieren und erzählen. „Die sind seit 40, 50 Jahren hier, aber ihre Geschichte interessiert niemanden“, sagt Zeki Genc. Diese Menschen, findet er, haben Deutschland geprägt. Zeitzeugen und ihre Kinder werden heute Dinge, die sie an die Gastarbeiterzeit erinnern, in Vitrinen legen. Sie haben Genc auch ihre Geschichten erzählt, er hat sie gefilmt. Manche brauchten acht Stunden, ein Mann sogar 50. „Kommt alles ins Archiv“, sagt Genc. Auch seine eigene Biografie.

Sein Vater Remzi war das, so sagt Genc, was die Deutschen unter einem „braven Gastarbeiter“ verstanden. Einer, der hier geschuftet hat, so lange man ihn brauchte – und dann wieder in die Türkei ging. Wie viele will Zekis Papa erst nur ein Jahr in Deutschland bleiben. Er arbeitet in einem Sägewerk in Celle, bis er sich daheim einen Traktor leisten kann. Doch der geht kaputt. Wieder wird er angeworben, die deutsche Industrie braucht Arbeiter. Wieder verlässt er Heimat und Familie. Jetzt sind auch Arbeiterinnen gefragt, Zekis Mutter Hatice folgt ihrem Mann, arbeitet in einer Konservenfabrik. Sie wollen sich einen neuen Traktor und ein Haus kaufen. Dafür müssen sie aushalten, dass sie ihre Kinder nicht aufwachsen sehen. Manchmal sprechen sie Grüße auf Kassetten und schicken sie in die Türkei. Die Großeltern fotografieren die Buben, schicken Bilder nach Celle. Als Anfang der 70er-Jahre die Ölkrise das Leben in Deutschland teuer macht, können die Eltern nicht mehr viel sparen. Sie ahnen, dass sie länger in der Fremde bleiben müssen, um genug Geld für ein gutes Leben in der Türkei zu haben. Sie holen die Kinder zu sich.

Zeki Genc weiß noch genau, wie er Ende August 1974 im Zug nach Celle saß. Es ist damals ungewöhnlich kalt. Deutschland, das verbindet der Elfjährige mit Luxus und Schönheit. Er schaut aus dem Fenster, sieht hübsche Fachwerkhäuser und freut sich, obwohl er Oma und Opa vermisst. Dann hält der Zug am Sägewerk. Hier steht die Baracke, in der er mit seiner Familie auf zwei Zimmern leben wird. „Alles war grau.“

Das Gelände darf er nicht verlassen, nur die Schule bietet Abwechslung. Jeden Sonntag fährt ihn sein Vater 35 Kilometer zum Sprachunterricht. Zeki ist ehrgeizig, liest Hesse und Böll. Irgendwann spricht er wie in den Romanen, so gestelzt, dass seine Mitschüler sagen: „Professor, so redet man nicht bei uns.“ Zeki schafft Quali und Realschulabschluss als Schulbester, dann das Abitur. Die Familie lebt nun in einer Wohnung, feiert Weihnachten und Ostern. Zeki mag es hier.

Anfang der 80er-Jahre kippt die Stimmung, die Arbeitslosigkeit steigt, die Gastarbeiter will jetzt niemand mehr haben. Die Nachbarn der Gencs, mit denen sie viele Jahre befreundet sind, meiden sie. Zekis Eltern verzweifeln und gehen zurück in ihre Heimat. Doch Zeki, 19, will studieren. Er und sein Bruder bleiben. Jetzt sind es die Kinder, die Videobotschaften aufnehmen und in die Türkei schicken.

Zeki Genc landet in München, er studiert Philosophie, Turkologie und Psychologie. Schließlich wird er doch Grafiker. Sein Sohn fühlt sich heute wie er – als Deutschtürke. Zeki Gencs Kind hat beide Pässe, er selbst nur den deutschen. „Als Ausländer“, sagt er, „habe ich mich nie gefühlt.“ Sein größter Wunsch: ein großes Museum. Denn die Geschichte der Migranten in Deutschland, sagt er, die geht weiter.

http://www.merkur.de/politik/migranten-museum-gastarbeiter-5687785.html

Süddeutsche Zeitung - 26. Oktober 2015, 18:54 Uhr  -  Trudering  -   Zwischen den Welten

Radio LORA - Münih FM - Migration nach München...??

Migartion und Museum...!!!
Robert Konat und Zeki Genc - Eine Sendung um Migration nach München..
Warum gerade in München ein Museum der "Museum der deutschen Migrationsgeschichte" eröffnet.
20151026-Museum der Deutschen Migrations
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b5-aktuell - interkulturelles-magazin 25.10.2015

Geschichte gemeinsam schreiben
"Museum der Deutschen Migrationsgeschichte"

Zwischen 1955 und 1973 kamen im Rahmen
des Anwerbeabkommens rund 14 Millionen sogenannter Gastarbeiter nach Deutschland.
Viele sind geblieben, haben ihre Familie nachgeholt und hier ihr Leben zwischen zwei Kulturen gemeistert. Ihre oft sehr verschlungene Lebenswege zeigt nun das "Museum der Deutschen Migrationsgeschichte", dass
das Bayerische Institut für Migration initiiert hat.

Stand: 21.10.2015

Erinnerungsstücke | Bild: BR

Brückenbauer zwischen den Generationen

Siemens-Wohnheim für Gastarbeiter in München | Bild: Siemens Corporate Archives

Siemens-Wohnheim für Gastarbeiter in München

Makbule Kurnaz kann sich noch genau an ihre Ankunft aus Istanbul in München erinnern. Sie kam, weil ihr Vater sie gegen ihren Willen in der Türkei verheiraten wollte. Das war im Sommer 1972. Außer einem Koffer mit Kleidung, einem Topf, einem Teller, Besteck und ein paar Fotos hatte Makbule Kurnaz nichts bei sich. Lange teilte sie sich ein Zimmer mit drei anderen Gastarbeiterinnen im Wohnheim der Firma Siemens.

"Die Arbeit war am Anfang natürlich schwer, viele Maschinen, viele Farben, viele Lichter, viele Nummern. Der erste Monat war für mich der schwerste Monat, ich kann nicht mehr bleiben, ich dachte, nein schaff ich nicht."
Makbule Kurnaz

Zum Deutsch lernen blieb keine Zeit. Angebote, um die Sprache zu lernen, gab es kaum. Denn sowohl die Migranten als auch die Einheimischen dachten, dass der Aufenthalt der Gastarbeiter nur von kurzer Dauer sei. Mittlerweile sind über 40 Jahre vergangen.  Makbule Kurnaz ist in Deutschland geblieben, obwohl das Leben noch viele Auf und Abs für sie bereithielt. Heute ist sie  65 Jahre alt, hat zwei Kinder großgezogen und ist stolze Oma. Als der Münchner Grafiker Zeki Genc Makbule kennenlernte, fand er ihre Erinnerungen so interessant, dass er sie auf Video aufzeichnete. Und so entstand die Idee zu einem  Museum der deutschen Migrationsgeschichte, das er nun mit seinem Verein, dem Bayerischen Institut für Migration in München, verwirklicht hat. Zeki Genc, der selbst als Gastarbeiterkind vor 42 Jahren nach München kam, versteht sich als Brückenbauer zwischen den Generationen.

"Wir machen das für die Zukunft und wenn wir's nicht machen, das kann keine andere Generation machen."

     Zeki Genc

Gesammelte Geschichten

Museum der Deutschen Migrationsgeschichte | Bild: Museum der Deutschen MigrationsgeschichteMuseum der Deutschen Migrationsgeschichte

 

Deutschland ist heute, wie und was es ist, weil es die Einwanderung gegeben hat, sagt Zeki Genc. Sei es mit Musik, Esskultur oder im Arbeitsalltag. Wie die Zuwanderer das Land veränderten, das will er im  Museum zeigen. Deshalb tragen er und seinTeam fleißig Erinnerungsstücke zusammen: Arbeitserlaubnisse, Koffer, Fotos, Fahrkarten oder Töpfe. Objekte, die vom Aufbruch erzählen, vom Leben in Deutschland und dem Ankommen in einer neuen Welt. Doch gesammelt wird auch noch anderes:

"Wir sammeln Geschichten, die Menschen erzählen vor laufender Kamera...
Ihr Leben, niemand hat sie bis jetzt gefragt."

     Zeki Genc

Vor Ort mit Zeitzeugen sprechen

v.l.: Zeki Genc und Makbule Kurnaz | Bild: BRv.l.: Zeki Genc und Makbule Kurnaz

 

Mittlerweile hat Zeki Genc viele Migrationsgeschichten auf diese Art und Weise für die Nachwelt erhalten. Es sind aufregende, traurige aber auch glückliche Erinnerungen, Enttäuschungen, aber auch Erfolgsgeschichten. Wie die des ersten türkischen Unternehmers in München oder des ersten Pizzeria-Besitzers. Die aufgezeichneten Bänderlagern im Münchner Stadtarchiv, wo sie jederzeit angefordert werden können. Im Museum selbst kann man vor Ort mit den Zeitzeugen sprechen, sagt Zeki Genc.

Für ihr Museum haben Zeki Genc und seine Mitstreiter ein völlig neues dynamisches Konzept entworfen. Deshalb sind auch die bereitgestellten Vitrinen in dem 120 qm großen Kellerraum in München Trudering noch leer. Erst am Eröffnungstag sollen sie von den ehemaligen Gastarbeitern selbst mit Erinnerungsstücken befüllt werden. Um im Laufe der Zeit werden immer mehr Objekte und Geschichten dazukommen.

Eröffnung des Museums der Deutschen Migrationsgeschichte
ist am Dienstag, 27. Oktober 2015 um 11:00 Uhr.

http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/interkulturelles-magazin/museum-der-deutschen-migrationsgeschichte-102.html

 

Geschichte gemeinsam schreiben
Museum der Deutschen Migrationsgeschichte
Zwischen 1955 und 1973 kamen im Rahmen des Anwerbeabkommens rund 14 Millionen sogenannter Gastarbeiter nach Deutschland. Viele sind geblieben, haben ihre Familie nachgeholt und hier ihr Leben zwischen zwei Kulturen gemeistert. Ihre oft sehr verschlungene Lebenswege zeigt nun das "Museum der Deutschen Migrationsgeschichte", dass das Bayerische Institut für Migration initiiert hat.
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BIM in HALLO am 24.10.2015 - Seite 2

BIM in der Truderinger Hallo-Wochenzeitung auf seite 2
BIM Zeki Genç
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ALMANYA’NIN GÖÇ TARİHİNİ YAZIYORUZ

Zeki Genç. 1974 yılında göçmen olarak geldiği Almanya’nın tarihine tanıklık edecek bir eser bırakmaya hazırlanıyor. Almanya’nın Göç Tarihi Müzesi (Museum der deutschen Migrationsgeschichte) 27 Ekim’de kapılarını açacak. Münihin Sesi olarak Zeki Genç ile Göç Tarihi Müzesi üzerine keyifli bir röportaj gerçekleştirdik.

Haber: münihin Sesi

ALMANYA’NIN GÖÇ TARİHİNİ YAZIYORUZ - Münihin Sesi olarak Zeki Genç ile Göç Tarihi Müzesi üzerine keyifli bir röportaj gerçekleştirdik.

Migranten im Bayerischen Fernsehen

 

Das Bayerische Fernsehen feiert derzeit runden Geburtstag: Es ist 50 geworden. Gleichzeitig wurden ab 1964 den Zuschauern fremde Kulturen nahegebracht und auch den zugereisten Ausländern etwas "geboten".

In den Berichten war anfangs die Rede von Fremdarbeitern, die hier vorübergehend ihr Geld verdienen wollten. Wir haben einige Schätze aus dem BR-Archiv ausgegraben und zeigen in einem kleinen Jubiläums-Rückblick: "50 Jahre Migranten im Bayerischen Fernsehen".

Zeki Genc, er ist u. a. als Moderator bei Radio Lora tätig, kam als 10-jähriger Bursche nach Deutschland.
Er hörte im Radio Sendungen auf türkisch. Aber im Fernsehen?
http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/puzzle/50-jahre-migranten-im-bayerischen-fernsehen-100.html

BIM in der Truderinger Wochenzeitung als Titelstory

BIM Titelstory Wochenzeitung
„Das ist eine deutsche Geschichte“ Bayerisches Institut für Migration dokumentiert die Geschichte der Migration
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Erinnerungen für die Zukunft - Museum

Zeki Gene fühlt wie ein Münchner und will dochseine türkische Herkunft bewahren - gerne in einem Museum

Erinnerungen für die Zukunft
Süddeutsche Zeitung - 05.12.2012 SZ-R8-Muenchen
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Das BIM setzt die Zeitzeuzen vor eine Kamera. Sie berichten, warum sie ihre Heimat verließen, was sie in Deutschland erebten, warum sie gerne hier sind oder wieso sie wieder in ihre Heimat zurück wollen. Manche sprechen 16 Stunden lang, vorher hatte ihnen niemand zugehört. Genc sam- melt zudem Gegenstände - Ausweise, Bil- der, Koffer, Schreibmaschinen oder eine Arbeitserlaubnis. "Das dokumentiert die Geschichte der Migranten in München", sagt der

50-Jährige, der sich einen leichten bayerischen Dialekt angeeignet hat.

GenekannsichnochgenauanseineAn-
kunft aus Adapazari, das etwa 13
0 Kilometer östlich von Istanbul liegt, im niedersächsischen Celle erinnern. Seine ElternleistetensicheinenFlugnachHannover, er reiste nicht wie viele andere damals be- schwerlich mit dem Zug an. Der 28. August 1974 sei es gewesen, ein kalter, regneri- scher Nachmittag. "Wir fuhren Richtung Celle und kamen an sovielens chönen Städten und Dörfern vorbei", erzählt er. Umso härter muss es den Elfjährigen getroffen haben, als er sein neues Zuhause sah: eine Baracke in der Nähe eines Sägewerks.


AVRUPA'DA TÜRK VARLIĞI - TRT Radio Interview

Do

28

Jun

2012

Titelstory in der Wochenzeitung Hallo Trudering-Riem

Heute waren wir völlig baff, als wir die Wochenzeitung Hallo Trudering-Riem in der Hand hielten. Wir als BIM kommen als Leitartikel oder besser gesagt als Titelstory hervor. Es ist ein sehr schöner Artikel über unser Institut geworden, der uns und unsere Motive, so wie wir sind und wie wir uns fühlen, beschreibt.

BIM Artikel Hallo Wochenzeitung
20120628_BIM_Trudering-Riem_Wochenzeitun
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Fr

04

Nov

2011

Presse Rundschau - Öffentlich-rechtlicher Radiosender der Türkei (TRT) / Interview mit Zeki Genc

Der öffentlich-rechtlicher Radiosender der Türkei (TRT) hat gestern Abend ein Telefoninterview mit unserem Vorstandsvorsitzenden Zeki Genc geführt. In dem Beitrag wird unser Institut und unsere Arbeit vorgestellt. Der Beitrag hierzu (ist auf türkisch) kann unten angehört werden.

 

 

 

Do

03

Nov

2011

Presse Rundschau - Wochenanzeiger Interview mit Zeki Genc

Der beliebte Münchner Wochenanzeiger berichtet über unser Institut und hat dabei mit unserem Vorstandsvorsitzenden Zeki Genc ein kurzes Interview geführt. Der vollständige Artikel kann hier nachgelesen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mi

02

Nov

2011

Presse Rundschau - BR B5 aktuell Interkulturelles Programm

Der Radiosender des Bayerischen Rundfunks B5 aktuell, dass interkulturelle Magazin, war zu besuch bei BIM. Dabei wurde ein Interview mit Zeki Genc (Vorstandsvorsitzender) und Zafer Ertem (Kurator) geführt.

 

Nachfolgend der Link zur Sendung: http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/b5aktuell/mp3-download-podcast-interkulturelles-magazin.shtml#

 

 

 

Di

01

Nov

2011

Presse Rundschau - BR Nachtlinie Spezial Sendung

In der Sendung "Nachtlinie Spezial" auf BR Rundfunk Fernsehen, wurde eine tolle Sendung mit Zeitzeugen, Musik und Theater in der Münchner Tram aufgezeichnet. Mit dabei war unser Vorstandsvorsitzender Zeki Genc, der unser Institut und unsere Aufgaben kurz und knapp sehr schön zusammenfassend vorstellte.

 

 

Nachfolgend der Link zur Sendung: http://vimeo.com/33892904

 

 

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J.W. Goethe: „Toleranz kann eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein; sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.“

 

J.W. Goethe: "Ein Land das seine Fremden nicht ehrt, ist dem Untergang geweiht"