"Eine Erfolgsgeschichte, keine Parallelgesellschaft"

 

"Ist das eine Parallelgesellschaft, wenn Migranten mehrheitlich das Stadtbild prägen oder ist es doch ein Erfolg?" warf Soziologe Dr. Erol Yildiz in die BIM-TV-Talk-Runde. "Wieso werden Schulen mit einem hohen Migrantenanteil nicht besser gefördert?", forderte BIM-Vorsitzender Zeki Genc und Rapperin Ebow fragte: "Wieso muss ich mich für ein Land entscheiden, wenn beide zu mir gehören?" Beim diesjährigen BIM-TV-Talk kamen Menschen unterschiedlichsten Alters, unterschiedlichster Herkunft und Profession zusammen, um über das Miteinander und Nebeneinander in Deutschland zu diskutieren und Antworten auf die vielen Fragen zu finden.

 

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Mit dem Thema "Stadtplanung mit Blick auf Migration" rannte BIM offene Türen ein. Politiker Muhsin Senol vom Forum Neues Offenbach erzählte vom Boom, den seine Wählerinitiative für gelebte Vielfalt und aktive Mitsprache bei den Kommunalwahlen im März 2011 ausgelöst hatte: "Ich habe nur ein paar türkische, ungarische, griechische Freunde gefragt, ob sie mitmachen wollen." Der Soziologe Univ. Prof. Dr. Erol Yildiz schilderte ein Kölner Industriegebiet, dem "Migranten" zu neuem Schwung verhalfen, nachdem die "Deutschen" weggezogen waren: "Das ist eine Erfolgsgeschichte, keine Parallelgesellschaft." In der bayerischen Landeshauptstadt arbeite man dagegen noch an Lösungsansätzen. "Die selben Themen kommen immer wieder", beklagte Zeki Genc . "In München dauert eben alles ein bisschen länger", gab Schriftstellerin und BR-Redakteurin Eleni Torossi zu bedenken. Das merke sie auch an ihrer Person: "Für meine Schreibwerkstätten werde ich zum Beispiel viel öfter nach Nordrhein-Westfalen eingeladen." Und sie führte die Diskussion auch über die Grenzen Deutschlands hinaus: "Man wird Amerikaner, aber man ist Deutscher."

Die Identitätsfrage galt es auch im ersten Teil des Talks unter em Motto "Töchter des Aufbruchs - Migration aus weiblicher Sicht" zu beantworten. "Ich fühle mich wie ein Scheidungskind", sagte Architekturstudentin Ebru Düzgün, besser bekannt als Ebow. "Türkei ist meine Mama und Deutschland mein Papa und ich muss mich zwischen den beiden entscheiden!"

Dieses Jahr wurde der BIM TV-Talk nicht nur von BIM organisiert, sondern auch gleich für das Fernsehen mit einem Team von zehn Personen produziert!  Planung, Organisation, Grafikdesign, technische Leitung und auch die Fernsehproduktion hat BIM-Kurator Zafer Ertem erfolgreich in die Tat umgesetzt.

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J.W. Goethe: „Toleranz kann eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein; sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.“

 

J.W. Goethe: "Ein Land das seine Fremden nicht ehrt, ist dem Untergang geweiht"