50 Jahre Anwerbeabkommen

50 Jahre ist es her, als Deutschland ein Anwerbeabkommen mit der Türkei abschloss. Als Deutschland damals im industriellem Aufschwung war, mussten Arbeiter aus dem Ausland offiziell angeworben werden. Nach Italien, Griechenland und Spanien wurde dann ein Abkommen mit der Türkei (1961) abgeschlossen.

 

Inzwischen hat sich vieles positiv verändert, aber noch ist viel Weg vor uns. - Wir finden, dass es an der Zeit ist, auf sachlicher Ebene, kontrovers und offen über "Migration Gestern, Heute und Morgen" zu diskutieren. Deshalb planen wir in diesem Jahr eine entsprechende Ausstellung mit anschließender TV-Talk Runde mit prominenten Gästen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft.

1961 - 1970

Die 1. Generation, also die Gastarbeiter die angeworben wurden

 

Migrant / Gastarbeiter

Kamen zu 90% aus den Dörfern.

Wenig bis gar keine Schulbildung

Reine Arbeitskräfte ohne jegliche Teilhabe an der deutschen Gesellschaft.

Ursprungsland = Heimat

 

Aufnahmegesellschaft

Keine Integrationspolitik

Keine sprachliche Förderung

Kein Interesse an ein gesellschaftliches Zusammenleben

Migrant = Exklusion

 

1970 - 1990

Die 2. Generation, also die Kinder der Gastarbeiter

 

Migrant / Gastarbeiter

Geboren in Deutschland.

Durch Schulbesuch erste sprachliche Kompetenzen erworben und teilweise Teilhabe an der deutschen Gesellschaft. Ein kleiner Teil studiert. Die meisten besuchen aber nur die Pflichtschule und gehen dann in die Fabrik, wo der Vater arbeitet.

Ursprungsland = Heimat

 

Aufnahmegesellschaft

Keine Integrationspolitik

Keine sprachliche Förderung

Kein Interesse an ein gesellschaftliches Zusammenleben. Rassistische Angriffe und Diskriminierungen an der Tagesordnung. Marginalisierung der Migranten durch Bildung von Ghettos. Rückkehrwilligen zahlt Kohl Regierung Prämien aus Steuergeldern an Gastarbeiter. Ein Teil der Rentenversicherung zahlt Deutschland den Arbeitern aus. Ab den 80ern werden Nationalklassen in den Schulen gebildet, damit die Kinder der Einwanderer ihre Heimatsprache nicht verlernen.

Migrant = Separation

 

1990 - 2010

Die 3. Generation wächst heran - Die Enkelkinder der 1. Generation Gastarbeiter

 

Migrant / Deutschtürke, Italodeutscher, ...

Geboren in Deutschland.

Ein Teil studiert, ein Teil absolviert nur die Pflichtschule und ein Teil bricht die Schule ab. Integration klappt teilweise von sehr gut bis gar nicht.

Deutschland = Heimat

 

Aufnahmegesellschaft

Mit kleinen Schritten beginnt die Integrationspolitik.

1992 wird zum ersten Mal über Interkulturelle Pädagogik geredet. 2005 wird erstmals ein Zuwanderungsgesetz verabschiedet. Konsens in der Politik, das Deutschland ein Einwanderungsland ist.

Migrant = Integration


Um die damalige politische Stimmung einwenig wiederzugeben, hier ein kurzes Zitat:

Ein Gesetzentwurf des damaligen Bundesinnenministers Friedrich Zimmermann, CSU, sah 1988 vor, dass ein Ausländer, der sich gut integriert hatte, die Aufenthaltserlaubnis verliert. Begründung: er zeigte mit seiner Integration, dass er nicht rückwillig sei.

 

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J.W. Goethe: „Toleranz kann eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein; sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.“

 

J.W. Goethe: "Ein Land das seine Fremden nicht ehrt, ist dem Untergang geweiht"